12. April 2021 / Isabel Plocher

Alternative Suchmaschinen

Sie möchten die Standard-Suchmaschine in Ihrem Browser umstellen? Wir stellen Alternativen zu Google vor und erklären, wie die Umstellung funktioniert.

Google ist in Deutschland die meistgenutzte Suchmaschine: etwa 90% der Suchanfragen werden über Google gestellt (Stand Ende 2019). Googles Such-Algorithmus ist technisch hoch ausgereift und liefert daher in Tests regelmäßig inhaltlich die besten Ergebnisse. Die Qualität der Suchergebnisse ist jedoch nur ein Kriterium, das zur Auswahl einer Suchmaschine herangezogen werden kann. Weitere Kriterien können Datenschutz und Nachhaltigkeit sein. Google ist im Chrome-Browser als Standardsuchmaschine eingestellt. Wenn Sie gerne eine andere Suchmaschine verwenden möchten, stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl aus der großen Menge alternativer Suchmaschinen vor und erklären Ihnen im Anschluss, wie Sie die Standardsuchmaschine in Ihrem Browser ändern.

Was spricht überhaupt gegen die Nutzung von Google?

Ein großer Nachteil von Google ist der Datenschutz: Google sammelt und speichert eine Menge Daten des bzw. der Suchenden, unter anderem die IP-Adresse und die eigentliche Suchanfrage, und verkauft diese Daten an Werbetreibende. Suchanfragen, die gestellt werden, während der oder die Suchende in einem Google-Konto eingeloggt ist, können mit Daten aus anderen Google-Diensten verknüpft werden. So ist es Google möglich, ein personalisiertes Nutzerprofil zu erstellen.

Google verkauft diese Informationen nicht nur, sondern nutzt sie auch selbst, indem versucht wird, anhand der vorliegenden Informationen die Suchanfrage zu interpretieren. Das führt dazu, dass Suchergebnisse angezeigt werden, die am ehesten den registrierten Präferenzen entsprechen. Das mag manchmal von Vorteil sein, führt jedoch insgesamt zu einer inhaltlichen Verzerrung der Suchergebnisse, der so genannten Filterblase.

In Punkto Nachhaltigkeit hat Google es sich zum Ziel gemacht, bis 2030 CO2-frei zu sein, nach eigenen Angaben ist Google deckt seit 2017 seinen gesamten Energieverbrauch mit Erneuerbaren Energien ab.

Alternativen zu Google

Die weltweit zweitgrößte Suchmaschine ist Microsofts Bing – voreingestellt im Edge-Browser. Auch Bing sammelt ausführlich Daten der Nutzer*innen und stellt in Punkt Datenschutz daher keine wesentliche Alternative zu Google dar. In Punkto Nachhaltigkeit hat sich Microsoft nach eigenen Angaben dazu verpflichtet, kohlenstoffneutral zu arbeiten.

DuckDuckGo ist eine amerikanische Suchmaschine, die Datenschutz in den Vordergrund stellt. DuckDuckGo erstellt keine Nutzerprofile und spielt die Suchergebnisse auch nicht nutzerspezifisch aus. Die Werbung, die durchaus angezeigt wird, bezieht sich auf die Suchanfrage, nicht auf ein Nutzerprofil. DuckDuckGo ist ein so genannter Crawler, der die Suchergebnisse aus über 400 individuellen Quellen wie Wikipedia, aber auch anderen Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo sammelt. Nachhaltigkeit ist hingegen kein großes Thema bei DuckDuckGo, zumindest wird damit nicht geworben.

Ecosia hingegen wirbt explizit damit, aus einem großen Teil der Werbeeinnahmen Aufforstungsprojekte zu finanzieren. Ein Zähler auf der Startseite zeigt plakativ den Fortschritt der Aufforstung. Mit den Informationen zu Umsätzen und den entsprechenden Ausgaben für die Aufforstungsprojekte geht Ecosia sehr transparent um, sodass auch die Stiftung Warentest diese für plausibel hält. Ecosia ist folglich nicht nur klimaneutral, sondern hat sogar eine negative CO2-Bilanz. Ecosia speichert nach eigenen Angaben keine Daten der Nutzer*innen, greift aber für die Suchergebnisse auf Bing zurück. Die IP-Adresse wird in jedem Fall übermittelt, der Übermittlung weiterer Daten und der Erstellung von personalisierten Profilen kann man durch eine „Do-Not-Track“-Einstellung im Browser wiedersprechen.

Startpage ermöglicht diskretes Suchen. Die niederländische Suchmaschine sammelt keine persönlichen Daten und speichert keine Cookies zur Identifizierung ab. Die Suchergebnisse stammen von Google, indem die Suchanfrage anonymisiert an Google weitergeleitet wird. Auch die IP-Adresse wird nicht an Google übermittelt. Auch Startpage finanziert sich durch Werbung, diese ist wie bei DuckDuckGo jedoch auf die Suchanfrage und nicht auf ein Nutzerprofil bezogen. Über Nachhaltigkeit macht Startpage keine Angaben, für die eigentliche Suche gelten dieselben Aussagen zur Nachhaltigkeit wie bei Google.

Qwant ist eine französische Suchmaschine, die ebenfalls den Datenschutz in den Vordergrund stellt und nach eigenen Angaben keine Werbe-Tracker einsetzt. Auch die Historie der bisherigen Suchen wird nicht gespeichert. Werbung wird wie bei Startpage und DuckDuckGo auf der Basis der Suchanfrage eingeblendet. Nach eigenen Angaben verwendet Qwant nur Ökostrom.

Wie stellen Sie die Standardsuchmaschine im Browser um? Die Fotostrecke erklärt es für Chrome und Edge: 

Chrome: Zuerst rechts oben die Einstellungen im Browser auswählen.
Chrome: Zuerst rechts oben die Einstellungen im Browser auswählen.
Unter "Suchmaschinen" "Suchmaschinen verwalten" auswählen und gewünschte Suchmaschine auswählen oder neu hinzufügen.
Unter "Suchmaschinen" "Suchmaschinen verwalten" auswählen und gewünschte Suchmaschine auswählen oder neu hinzufügen.
Im "Edge"-Browser ebenfalls zunächst rechts oben die Browser-Einstellungen auswählen.
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Unter den erweiterten Einstellungen finden sich die Suchmaschinen ganz unten.
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