24. April 2020 / Maria Barnhart

Gemeinsam ins digitale Sommersemester 2020

Die eScouts an der Universität Stuttgart

Die Bereitschaft, in der gegenwärtigen schwierigen Situation zusammenzustehen und zu helfen, ist groß. Mehr als 90 Studierende haben sich kurzfristig für Schulungen des TIK gemeldet, um Lehrende bei der Digitalisierung von Lehrveranstaltungen und deren online-Durchführung zu unterstützen. In den Schulungen lernen sie die Bedienung der notwendigen Tools, deren didaktisch sinnvollen Einsatz, die Möglichkeiten und Herausforderungen der Beratung von Lehrenden und natürlich verschiedene Wege studentischer Selbstorganisation und Lernunterstützung.

David Boehringer, Koordinator der Aktivitäten der Taskforce Digitale Lehre, ist begeistert von der Resonanz und erzählt: „Am Montagnachmittag ging unsere Mail raus und schon am Mittwochmorgen begann der erste Kurs mit den ersten 20 Studierenden. Mehr als 70 weitere mussten wir auf die Warteliste setzen.“ Für diese werden Kurse in den kommenden Wochen folgen. „Zwar können sich die Studierenden das Engagement als Schlüsselqualifikationsveranstaltung im Studium anrechnen lassen, wenn sie an Zusatzterminen während des Semesters teilnehmen und einen Reflexionsbericht schreiben. Aber rund die Hälfte macht das ganze rein ehrenamtlich!“ ergänzt Boehringer.

Die Studierenden kommen aus allen Studiengängen der Universität. Ihre Motivation an der Teilnahme erläutern sie bei der Anmeldung. Dort heißt es etwa: „Hallo, ich möchte mich gerne als eScout ausbilden lassen, da ich sehr gut in der Kommunikation bin und gerne andere Studenten helfen möchte sich mit der neuen Lage zurechtzukommen.“ Oder: „Mir liegt das Thema am Herzen, weil ich es schade fände, wenn die Lehre dieses Semester in kühle und unpersönliche Datei-Upload-Interaktion degeneriert.“

Aber auch an die Kultur des Lernens und die Zukunft der Uni denken die Studierenden: „Hallo zusammen, den Lehrenden mehr Ansprechpartner zur Digitalen Lehre zur Verfügung zu stellen, ist eine super Sache. Das gilt in diesen Zeiten, aber ist sicher auch später im Normalbetrieb sinnvoll.“ Und: „Ich möchte dazu beitragen, die Universität Stuttgart in ihrer Gesamtheit moderner aufzustellen. Die Corona Krise zwingt die Uni hier zu einem radikalen digitalen Umdenken, welches langfristig in einer modernisierten Universitätskultur münden kann.“

Auch die Internationale Ausrichtung unsere Universität spiegelt sich in den Äußerungen. Vier wollen eine rein englisch-sprachige Schulung zum eScout und ein Student aus China schreibt: „Einerseits möchte ich mehr über das E-Learning kennen, sodass ich meinen Freuden helfen, die nicht so vertraut mit dem Online-Lernen sind. Auf der anderen Seite habe ich viele Freunde in China. Denn sie haben schon viele Erfahrungen in digitalem Lernen, kann ich mich an sie wenden, wenn wir z. B. organisatorisches Problem haben.“

Die studentische Begeisterung und Kreativität spüren auch Sannah König und Jan Vanvinkenroye, die den ersten Kurs durchführen. „Unsere Studis sind die besten Studis!“, sagt Sannah König. Eine Studentin hat eine Handyhalterung gebaut. So kann mit der Droidcam das Handy als Dokumentenkamera genutzt werden. Das hilft nicht nur Lehrenden beim Aufzeichnen, wenn sie auf einem Blatt Papier schreiben wollen. Das können auch Studierende in ihren Matheübungen oder bei Konstruktionszeichnungen benützen, als würden ihre Kommilitonen in der Übungsgruppe neben ihnen sitzen. Eine Bauanleitung gibt es vielleicht demnächst in einem ILIAS-Tutorial.

Dokumenten Kamera

(c) Lisa-Marie Krauß

Lehrende können ab sofort:

eScouts für die Unterstützung ihrer Lehrveranstaltung anfordern unter:
https://ilias3.uni-stuttgart.de/goto_Uni_Stuttgart_cat_1898020.html

Hiwis ihrer Institute aber auch zur eScout-Schulung schicken:
https://ilias3.uni-stuttgart.de/goto_Uni_Stuttgart_cat_1898450.html

Und last, but not least steht die Ausbildung allen Freiwilligen offen, ob sie nun Kreditpoints erwerben wollen oder nicht.

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